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Zur Forschung

BIID („Body Integrity Identity Disorder“) ist eine Veränderung des Körperschemas, bei der Menschen Teile des eigenen Körpers als überflüssig empfinden. Die betroffenen Personen haben ein intensives Gefühl dass ihr Körper erst komplett ist oder schön aussieht, wenn das entsprechende Gliedmaß amputiert wurde. Nur hierdurch glauben sie, den äußeren Körper in Einklang mit der inneren Identität bringen zu können. Bei dem überwiegenden Teil bezieht sich der Amputationswunsch auf einen Arm oder ein Bein, weniger häufig auf mehrere Gliedmaßen gleichzeitig. Da Ärzte (außer bei Transidentität) bislang kaum eine ethisch vertretbare Möglichkeit haben, ein intaktes Körperteil chirurgisch zu entfernen, führen die Betroffenen nicht selten Verstümmelungen selbst durch, um das Körperteil los zu werden. Im Jahr 2000 führte der schottische Arzt Dr. Robert Smith zwei Beinamputationen bei Patienten mit BIID durch. Nach einem Bericht des Fernsehsenders BBC verbot das schottische Parlament weitere Amputationen.

Diese Störung wurde früher als Apotemnophilie bezeichnet, heute gibt man der Bezeichnung BIID (Body Integrity Identity Disorder) den Vorrang, die weiter gefasst ist, neuerdings auch „Xenomelia“ (von „xeno“ = fremd und „melia“ = das Glied) oder Body Incongruence Disorder. Einige Betroffene bezeichnen sich selbst als „Wannabe“ (von engl. want to be: etwas sein wollen). Mitunter wird im Vorfeld versucht, durch Gebrauch von Krücken (bei abgebundenem Bein), Prothese oder Rollstuhl ein Gefühl der erwünschten körperlichen Beeinträchtigung zu erzeugen (sog. „pretending“). Bei einem Teil der Betroffenen ist auch eine sexuelle Komponente vorhanden. Die Ursachen sind bislang völlig unbekannt. Eine gewisse Verbreitung hat die Theorie eines Ansatzes gefunden, wonach schon zu einem frühen Zeitpunkt der kindlichen Entwicklung eine Störung des Körperschemas entsteht. Hierfür spricht, dass sich anamnestisch manchmal eine Erkrankung des Körperteils in einer frühen Entwicklungsperiode nachweisen lässt.

Apotemnophilie wurde zunächst weitgehend als psychotisch oder als Form von Fetischismus eingestuft (Favazza, 1996; Schlozman, 1998; Tavcar et al., 1999; Brenner; 1999, Derfner, 2000; Kobayashi et al., 2002). Das Ergebnis einer sehr breiten Studie von First (2004) an 52 Betroffenen, überwiegend als Telefon-Interviews durchgeführt, widersprach dieser Annahme. Bei den meisten der von First befragten Personen wurden keine Hinweise auf psychische Störungen gefunden. Die Symptomatik tritt schon sehr früh ein, übereinstimmend berichten die meisten Arbeiten, dass die Patienten schon als Kinder Menschen mit Amputationen bewundert hatten (Beresford, 1980; Kasten, 2006, 2009) und amputiert sein wollen. Dies unterscheidet sie von Psychotikern, bei denen eine Selbstamputation z.B. einer Hand oder des Penis akut im schizophrenen Schub erfolgt. BIID-Betroffene leiden dagegen oft über Jahrzehnte unter ihrem Wunsch; sie wissen, dass dieser nicht "normal" ist, und sie versuchen ihn zu verdrängen. Dennoch tritt das Verlangen nach einer Amputation ständig oder phasenhaft immer wieder stark auf. Wahn wurde von First (2004) und anderen Autoren verneint, da die Betroffenen Einsicht in das Unnormale ihres Wunsches haben und oft von sich aus alles Mögliche unternehmen, um diesen Wunsch nicht in die Realität umzusetzen. In der wissenschaftlichen Literatur werden mitunter Zusammenhänge zu fetischistischen Pathologien gefunden, bei denen der Anblick amputierter Gliedmaßen sexuell stimulierend wirkt (London & Carpio, 1950; Money et al., 1977, 1986; Wakefield et al., 1977; Everaerd, 1983). Allerdings ist dies bei weitem nicht bei allen Betroffenen der Fall. Mitunter werden sexuelle Begleitphantasien berichtet, aber angemerkt, diese seien sekundär.
First (2004) stufte die Symptomatik daher als Identitätsstörung ein und bemüht sich aktuell darum, BIID in das DSM aufnehmen zu lassen.
Die Symptomatik erinnert entfernt an Asomatognosie, eine neurologische Störung wie sie z. B. bei Neglect-Patienten vorkommt. Dieses Symptom kann nach Bein- oder Hirnverletzungen auch temporär auftreten und dann spontan wieder verschwinden (Sacks, 1988, 1991). Allerdings liegt bei den BIID-Betroffenen nach heutiger Kenntnis keine neurologische Schädigung vor; darüber hinaus können sie das in Frage kommende Körperteil komplikationslos fühlen und bewegen. Nahe liegt auch das Vorhandensein einer körperdysmorphen Störung. Auch hier entsprechen die BIID-Betroffenen aber nicht dem Bild, da diejenigen, die eine Amputation erreichen konnten, künftig zufrieden sind und keinesfalls die Entfernung weiterer Körperteile oder andere Operationen wünschen. Die Betreffenden täuschen entweder Unfälle vor oder lassen die Operation in Drittweltländern durchführen; schon alleine aus versicherungsrechtlichen Gründen verschweigen sie ihr wahres Motiv in der Regel.

Theorien für die Entstehung von Körperidentifikationsstörungen besagen, dass im Gehirn das Areal für das entsprechende Körperteil nicht ausreichend entwickelt ist. Der Betroffene kann das entsprechende Gliedmaß zwar normal bewegen und fühlen, es ist aber mangelhaft in die hirnorganische Gesamtrepräsentation des eigenen Körpers eingebunden. Vergleichbar mit Neglect oder mit dem Alien-Limb-Syndrom, neurologischen Störungen, bei denen die Patienten sich der Existenz eines Körperteils nicht bewusst sind und diesen als fremd bzw. nicht zu sich gehörig empfinden, ergibt sich dann bei BIID ein vergleichbares Gefühl der Fremdheit eines Körperteils.

Hypothetisch angenommen werden könnte eine diffizile Störung im embryonalen oder fötalen Stadium der Entwicklung. Aus bislang unbekannten Gründen könnte ein Arm oder das Bein nicht ausreichend in das Körperschema integriert. Die Betroffenen fühlen sich dadurch später erst „komplett“, wenn sie dieses Teil verloren haben, d. h. wenn das Äußere dem inneren Selbstbild entspricht. Das somatosensorische Areal im Gyrus postcentralis kommt hierfür eher nicht in Frage, da die Betroffenen das entsprechende Körperteil in der Regel problemlos fühlen und bewegen können.

Die meisten der untersuchten Betroffenen können den gewünschten (noch nicht existenten) Amputationsstumpf sehr exakt fühlen (Kasten, 2009). Sie können häufig auf den Millimeter genau angeben, wo das entsprechende Gliedmaß abgetrennt werden soll und fühlen, wenn sie sich darauf konzentrieren, das Stumpfende sehr genau, obwohl dort eigentlich noch ihr intaktes Bein ist.

Brang et al. (2008) aus der Arbeitsgruppe um Ramachandran stellten die Theorie auf, dass BIID von einer angeborenen Dysfunktion des rechten oberen Parietallappens und dessen Verbindungen zur Insula ausgeht. Läsionen des superioren Lobus parietalis führen bei Patienten mit Hirnschäden u.a. zu einer Verschlechterung des taktilen Erkennens von Objekten, zu Mängeln in der Erkennung der Position bzw. der Bewegung von Gliedmaßen im Raum, Probleme der Koordination von Sehen und Motorik und Schwierigkeiten Bewegungen anderer zu imitieren (Eckert et al., 2005; Iacoboni et al., 1999; Wise et al., 1997). Großflächige Läsionen in diesem Bereich verursachen bekanntlich eine halbseitige Vernachlässigung (Neglekt). Um ihre These zu verifizieren, untersuchten Brang et al. (2008) den galvanischen Hautwiderstand ober- und unterhalb dieser gewünschten Amputationsstelle und stellten einen erhöhten Hautwiderstand in dem Teil fest, auf den sich der Amputationswunsch bezog. Sie schlossen auf eine mangelnde kortikale Repräsentation dieses Bereichs im Parietallappen.

Auch Ramachandran & McGeoch (2006) sehen den Parietallappen als wesentlichen Kandidaten zur Verursachung von BIID. Diese Autoren weisen auf starke Ähnlichkeiten zur Somatoparaphrenie hin, einer seltenen Störung nach (meist) rechtsseitigem parietalen Schlaganfall, bei welcher der Patient seinen (meist) linken Arm oder auch eine ganze Körperhälfte als fremd empfindet (Paulig et al., 2000). Nach Ansicht von Ramachandran und McGeoch führt die Dysfunktion zu Fehlern in der Berechnung, was in physischer Hinsicht zum eigenen Körper gehört.

Ein anderer neuroanatomischer Kandidat für die Entstehung von BIID könnte die temporo-parietale Junktion sein. Blanke und Mitarbeiter beschrieben eine 22-Jährige, die einen komplexen Anfall erlitt und das Gefühl bekam unter der Decke zu schweben (Blanke et al., 2004, 2005). Arzy et al führten 2006 bei der Patientin eine Untersuchung durch, bei welcher der linkhemisphärische Übergang zwischen dem Temporal- und Parietallappen (temporoparietale Junction, TPJ) mit Elektroden stimuliert wurde. Hierbei berichtete die junge Frau, sie spüre eine Person hinter sich. Die Autoren der Studie glaubten, dass es sich um eine Projektion des eigenen Körpers nach außen handelte, da das Pendant stets dieselbe Position wie das Original einnahm. In der temporo-parietalen Junktion fließen sensorische Informationen des Körpers zusammen und es wird berechnet, wo im Raum wir uns befinden (Bünning & Blanke, 2005). 75% der neurologischen Patienten, die häufig von außerkörperlichen Erfahrungen heimgesucht werden, zeigen eine rechtsseitige Läsion im Bereich der temporo-parietalen Junktion (TPJ). Nach Ansicht von Blanke & Thud (2006) könnten Out-of-Body-Experiences, die insbesondere im Bereich der Near-Death-Experiences berichtet werden, mit einer mangelhaften Verrechnung von Informationen aus den Bereichen Sehen, Fühlen, Gleichgewicht und Tiefensensibilität zusammenhängen. Die Symptomatik äußert sich nicht nur in dem Gefühl, den Körper zu verlassen, sondern auch in seltsamen Veränderungen des Körperschemas, wie sie sonst eher von Drogen bekannt sind. So erzählen manche Betroffene sie hätten die Empfindung, ihr Arm oder ihr Bein sei endlos verlängert oder fühle sich viel zu kurz an. Blanke et al. (2002) berichteten von einer Patientin, die mit geschlossenen Augen spürte wie ihr Oberkörper sich in Richtung Beine bewegte.

Schon 1941 und 1955 hatten Penfield und seine Mitarbeiter gezeigt, dass der Eindruck den eigenen Körper zu verlassen, durch elektrische Stimulation des Temporallappens hervorgerufen werden kann. Diese Phänomene konnten nur nach rechtsseitiger Stimulation nachgewiesen werden. Auch Blanke und seine Mitarbeiter (2002) fanden bei Untersuchung einer Epileptikerin, dass durch elektrische Stimulation des Gyrus angularis im hinteren Schläfenlappens des Gehirns außerkörperliche Erfahrungen ausgelöst werden konnten. Bei 2-3 Milliampere fühlte sie sich, als ob sie aus großer Höhe herabstürzte oder in das Kissen gezogen würde. Bei 3,5 Milliampere hatte sie die Empfindung sich außerhalb ihres Körpers zu befinden, konnte aber nur Beine und Unterleib sehen. Bei weiteren Versuchen spürte sie ein Gefühl der Leichtigkeit und des Fliegens knapp unter der Decke. Der Gyrus angularis liegt im Bereich der temporo-parietalen Junction (Blanke & Thate, 2006). Blanke und Mitarbeiter (2005) zeigten unter anderem, dass dieses Areal auch beim gedanklichen Rotieren des Körpers eine Rolle spielt. Hierbei sollten normale Versuchspersonen sich in eine gezeigte Person hineinversetzen und entscheiden, ob diese einen Handschuh an der rechten oder linken Hand trugen. Schon bei einer so simplen Aufgabe können wir uns vorstellen, unseren Körper zu verlassen und kurzfristig in die Strichfigur hinein zu projizieren. Auch diesen Studien unterstützen also die Theorie, dass Veränderungen des Körperschemas möglicherweise letztlich auf Rechenfehler des Gehirns zurückgeführt werden können (Blanke et al. 2002).

Trotz dieser Fülle an neurologisch-orientierten Theorien, gibt es Hinweise darauf, dass BIID eher eine psychische Störung ist. Neurologische Störungen mit Defekten im Gehirn, die sich mit Hilfe bildgebender Verfahren nachweisen lassen zeigen BIID-Betroffene definitiv nicht; viele sind Akademiker und meistern ihren Beruf, etliche treiben Sport und joggen z.B. (Kasten, 2009; Kasten & Stirn, 2009). Außerdem hält die gewünschte Amputationsstelle sich nicht an den Verlauf der sensorischen Innervation. Bei einer neuronalen, hirnorganischen Dysfunktion müsste sich eine verminderte Implementierung des jeweiligen Körperteils eher schräg um das entsprechende Körperteil wickeln. Der Amputationswunsch folgt jedoch nicht den komplexen anatomischen Gegebenheiten, sondern richtet sich eher naiv an dem aus, was man üblicherweise als typisches Bild einer Amputation vor Augen hat. Dies weist darauf hin, dass es sich nicht zwangsläufig einfach nur um eine neuronale Dysfunktion handeln kann.

Müller (2007, 2008) geht davon aus, dass BIID eine neuropsychologische Störung sein könnte, zu deren Symptomen fehlende Krankheitseinsicht und eine durch inneren Zwang eingeschränkte Fähigkeit zu vernünftigen Entscheidungen gehören. Entsprechend fordert sie, dass eine kausale Therapie entwickelt werden muss, mit dem Ziel der Integration des als fremd empfundenen Körperteils in das Körperbild.

Für psychische Anteile spricht auch, dass es diverse psychiatrischer Störungen gibt, die dazu führen, dass man den eigenen Körper als fremd empfindet. Bei Depersonalisationsphänomenen fühlt ein Körperteil, etwa eine Hand sich plötzlich fremd an. Im Rahmen von dissoziativen Störungen könnten Körperteile aus dem Bewusstsein abgespalten werden. Dahinter steht nach Ansicht der Psychoanalytiker ein unlösbarer psychischer Konflikt, der durch das Konversionssyndrom gelöst werden kann. Bereits starker Schmerz kann zu Phantomgefühlen in Gliedmaßen führen (Knecht et al., 1998). Es gibt Hinweise, dass eine Dissoziation vom eigenen Körper in Momenten großer Gefahr stattfinden und dazu führen kann, dass manche Menschen in tödlicher Bedrohung plötzlich das Gefühl haben, ihren Körper zu verlassen (Alvarado, 2000). Menschen mit Todesnähe-Erlebnissen zeigen häufiger dissoziative Störungen als andere (Ring, 1980). Überproportional viele Menschen, die von Near-Death-Experiences berichteten, hatten in der Kindheit schwere Traumata erlebt. Irwin (2000) vermutet, dass diese es in hochgradigen Stress-Situationen gelernt hatten, in extrembelastenden Situationen ihr Bewusstsein vom somatischen Körper zu trennen. Sogar Oliver Sacks (1989) berichtet von einer Gegebenheit, in der sich nach einem Unfall mit schwerer Beinverletzung (aber ohne Hirnschädigung) sein Bein aus seinem Bewusstsein abspaltete. Auch unter Drogen oder in Tiefenentspannung (z.B. Autogenes Traing, Meditation) sind Veränderungen des Körperschemas keine Seltenenheit.

Wenn die Theorie einer neuronalen Dysfunktion richtig wäre, müsste sich der Amputationswunsch lebenslang auf dasselbe Bein beziehen. Allerdings gibt es diverse Fälle, bei denen die Präferenz für das zu amputierende Bein von links nach rechts wechselte (First, 2004; Kasten, 2009; Kasten & Stirn, 2009). Ein solcher Wechsel ist mit der Annahme einer frühkindlich erworbenen, dauerhaften Störung des Körperschemas nicht besonders gut vereinbar. Dies spricht eher für eine psychische Komponente, die darin Unterstützung findet, dass es für einen Teil der Betroffenen auch wichtig ist „behindert“ zu sein. In den BIID-Foren findet man auch Personen, die querschnittgelähmt sein möchten, die Versteifung eines Beines wünschen, blind oder taub sein wollen. Zurzeit ist noch nicht klar, wo die Grenzen von BIID genau zu legen sind, welche Symptome zu BIID gehören und welche nicht.

BIID, mitunter auch als „Transability“ bezeichnet kann in vieler Hinsicht mit Transidentität („Gender Identity Disorder“) verglichen werden. Transidente beziehen ihren Wunsch nach Geschlechtsumwandlung auch nicht nur auf die operative Veränderung von Penis oder Vagina, sondern der Betroffene hat insgesamt das Gefühl in dem Körper des falschen Geschlechts zu stecken. Ähnlich hiermit haben BIID-Betroffene möglicherweise das Idealbild der Einbeinigkeit (oder Einarmigkeit) vor sich, ohne dass konkret und endgültig festgelegt sein muss, welche Extremität diesem Wunsch zum Opfer fallen soll. Ähnlich wie bei Transidentität spielt die sexuell-erotische Komponente bei einigen BIID-Betroffenen eine sehr große Rolle, bei anderen keine.

Wie bei Transsexualität erwächst aus dieser Nicht-Übereinstimmung von psychischer und körperlicher Identität Leiden. Das ständige Gefühl, nicht man selbst zu sein und es auch nicht sein zu dürfen und insbesondere Angst vor Ablehnung, wenn der Wunsch bekannt wird, vermitteln Schuldgefühle. Etliche Betroffene sind depressiv, man weiß jedoch nicht, ob die Depression Ursache oder eine Folge des unerfüllten Amputationswunsches ist.

Bereits aus klassischen Tierversuchen ist bekannt, dass die zugehörigen Hirnareale sich nach Amputation oder Stimulation entsprechend verändern können (z.B. Allard et al., 1991; Florence et al., 1994, 1995, 1996; Garraghty & Kaas, 1991, Jenkins et al, 1991; Recanzone et al., 1992). Dies ist beim Menschen nicht anders. So findet man bei Musikern größere Areale für die Finger, die das Instrument spielen (z.B. Elber et al., 1995). Studien über Phantomglieder nach unfall- oder krankheitsbedingten Amputationen zeigen, dass bei den meisten Personen die mentale Repräsentation sich nach einiger Zeit an das tatsächliche körperliche Defizit anpasst (Cronholm, 1951; Elbert et al., 1994, 1997; Flor et al., 1995; Frank & Lorenzoni, 1992, Knecht et al., 1996, 1998; Pons et al., 1991, Ramachandran et al., 1992). Fehlt ein Körperteil, so ist das somatosensorische System noch im alten Zustand und reagiert zunächst gleich, d.h. Armamputierte versuchen zunächst spontan mit der nicht mehr vorhandenen Hand Gegenstände zu ergreifen. Dann aber strukturieren sich die zugehörigen neuronalen Strukturen um (Gallager, 2005). So fanden z.B. Knecht & Ringelstein (1999) eine teilweise massive Reorganisation des somatosensiblen Kortex. Das Ausmaß der Verlagerung variierte hierbei erheblich. Teilweise betrug die Verschiebung der Repräsentationsareale im Kortex nur wenige Millimeter, in anderen Fällen verlagerte sich die Repräsentanz auf der Amputationsseite um bis zu 3,8 cm in Richtung auf das nunmehr deafferentierte Areal. Allerdings konnte Brugger (2009) bei einer Patientin mit angeborenem Fehlen von Gliedmaßen zeigen, dass die Betroffene auch als erwachsene noch Phantomglieder besaß, obwohl sie ohne Arme und Beine zur Welt gekommen war. Brugger hält BIID entsprechend für die inverse Form von Phantomgliedern. Halligan & Marshall (1995) und auch Strubreither (2009) berichteten sogar von Patienten, die nach einem Schlaganfall das Gefühl hatte, ein überzähliges Gliedmaß zu besitzen, das sie auch zu bewegen können glaubten.

Die Frage nach der Plastizität ist bei BIID-Betroffenen bisher nicht gestellt worden. Es gibt bislang keine systematische Studie, die sich bemüht hat herauszufinden, ob sich das Körperschema der Betroffenen in irgendeiner Form verändern lässt.

Völlig ungeklärt ist bislang, ob und in welchem Ausmaß sich BIID von Therapie oder Trainings beeindrucken lässt. Bisherige, eher unsystematische Studien oder Einzelfallberichte (Bayne & Levy, 2005; Braam, Visser, Cath,& Hoogendijk, 2006) wie auch Berichte von Betroffenen (Nelson, 2009; O’Connor, 2009) deuten darauf hin dass psychotherapeutische Intervention wie auch antidepressive Medikation zu einer gewissen Erleichterung führen kann. Wenn es sich um ein neurologisches Defizit handelt, müsste es möglich sein, mit Hilfe eines gezielten Trainingsverfahrens eine Veränderung zu erzielen. Wenn es sich um eine psychopathologische Störung handelt, müsste es möglich sein, mit Hilfe einer psychotherapeutischen Intervention eine Reduzierung des Leidensdrucks zu erreichen.

Auf der Basis der bislang gefundenen Daten wurde von ein multikausales Modell entwickelt, das auf der Theorie beruht, dass sich BIID aus drei Komponenten zusammensetzt: (1) dem Wunsch behindert zu sein, (2) einer neurologischen Schädigung und (3) einer erotischen Komponente (Kasten & Spithaler, 2009). Ein logisches Problem liegt hierbei sicherlich darin, dass die neurologische Schädigung auch gut die Ursache der beiden anderen Dimensionen sein kann. Oder sie ist selber die Folge von etwas anderem.


Abb.: Modell des verursachenden Motivationsgefüges (aus: Kasten & Spithaler, 2009)

2008 wurde eine überregionale BIID-Kommission ins Leben gerufen, der Vertreter aus Österreich, der Schweiz und Deutschland angehören. Die Kommission arbeitet daran, Leitlinien für die Diagnose und Therapie der Betroffenen zu entwickeln und die Forschung zu koordinieren.

Im Frühjahr 2009 fand unter Leistung von Frau PD Dr. Aglaja Stirn in Frankfurt a.M. der erste internationale BIID-Kongress statt. Ein zweiter internationaler BIID-Kongress wurde im Frühjahr 2013 von Prof. Peter Brugger in Zürich organisiert.

Bislang gibt es keine Angaben darüber, wie häufig BIID ist. Eine Recherche der Internet-Group im Jahr 2008 zeigte eine große Zahl von Mitgliedern zu diesem Thema: 1.723 (Yahoo fighting-it), 561 (need2be1), 591 (BIID and Admirers Circle of Friends), und 358 (the biid affair). Darunter sind aber sicherlich nicht nur Betroffene, sondern auch "Gaffer", "Karteileichen", Reporter und letztlich auch Wissenschaftler. Horn (2003) schätzte die Anzahl auf 1 bis 3% der "klinischen Population", leider ohne zu definieren, was genau damit gemeint ist. Bayne & Levy (2005) wie auch Müller (2007) schätzten dass es "several thousand patients worldwide" gäbe. Im Verlauf des Jahres 2008 wurde im Rahmen einer medizinischen Doktorarbeit daher eine epidemiologische Untersuchung zur Prüfung der Häufigkeit von Störungen des Körperselbstbildes durchgeführt (Spithaler, Esterhazy & Kasten, 2009). Um festzustellen, wie häufig BIID überhaupt vorkommt, wurde hierbei als eine von vielen Fragen nach Körperwahrnehmungsstörungen (z.B. Zoenästhesien, körperbezogene Halluzinationen, Alien-Hand-Syndrom usw.) auch nach einem Amputationswunsch gefragt oder dem Wunsch anders behindert zu sein. Es konnten die Fragebögen von 618 Personen ausgewertet werden. In der Stichprobe befand sich jedoch lediglich ein einziger Teilnehmer, der unter dem Phänomen BIID (Body Identity Integrity Disorder) leidet. Dieses Ergebnis erlaubt keine konkrete Aussage über die Häufigkeit; um exaktere Zahlen zu bekommen, müsste man vermutlich eine Stichprobe von mindestens 10.000 Personen befragen. Hierzu fehlen dem Antragsteller die Mittel.

Obwohl Fallbeschreibungen von Personen mit Amputationswunsch immer wieder durch die Presse gehen und erhebliches Medieninteresse erregen, scheint die Störung unter Fachleuten vergleichsweise wenig bekannt zu sein. Im Rahmen einer englisch-deutschen Kooperationsstudie wurden im Verlauf des Jahres 2009 mit Hilfe der typischen Fallbeschreibung eines BIID-Betroffenen und eines kurzen Katalogs von Fragen wurden 58 deutsche und, zwecks Vergleichs mit dem internationalen Bereich weitere 25 englische Therapeuten (Psychologen, Psychiater, Berater aus anderen Berufsgruppen) befragt. 41% der Befragten konnten eine korrekte Zuordnung (BIID oder Apotemnophilie) treffen; häufigste Fehldiagnose war Somatisierungsstörung (30%). 85% der befragten Fachleute gaben an, sie würden nichts unternehmen, um einen Patienten mit Amputationswunsch zum Selbstschutz in eine geschlossene psychiatrische Klinik zu bringen, aber 70% würden versuchen den Patienten zu überzeugen in eine stationäre psychosomatische Behandlung zu gehen. Die Frage, ob sie den Amputationswunsch des Patienten unterstützen würden, antwortete nur ein einziger Therapeut mit „ja“ (Neff & Kasten, 2010).

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